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Toleranz für Religionen

Auf dem Weg zu einer Religiosität, die Menschen nicht trennt

Den eigenen Glauben ernst und heilig halten und dabei den Andersgläubigen, den Nicht-Gläubigen frei in seinem gegensätzlichen Standpunkt anerkennen. Wie geht das?

Toleranz gegenüber Andersdenkenden gehört zur Grundüberzeugung vieler Religionen. Und doch finden wir uns zu Beginn des 21. Jahrhunderts inmitten zahlreicher gewalttätiger Auseinandersetzungen, deren gegnerische Parteien sich über die Kategorie der Religionszugehörigkeit abgrenzen. Sunniten kämpfen gegen Schiiten, Christen werden in islamischen Ländern verfolgt und in Deutsch-land solidarisieren sich unterschiedlichste pro-palästinensische Gruppen im Hass gegen Juden. Mit unerwarteter Dringlichkeit ist der Weg der Toleranz erneut zur großen Herausforderung der Religionen in unserer Gesellschaft und in der Welt geworden. Die Art und Weise, wie wir dieser Herausforderung begegnen, wird großen Einfluss auf die Zukunft der Religionen selbst haben. Sie wird ihr Verhältnis untereinander bestimmen genauso wie die Rolle und Akzeptanz von Religion an sich im Verhältnis zu den säkularen Kräften moderner Gesellschaften.

Stelen schaffen Lernorte der religiösen Toleranz

Dialog und Begegnung der Religionen bereiten den Weg der Toleranz. Es gibt so viele Überlieferungen und Mythen, die wir gemeinsam kennen, die in den verschiedenen Religionen nur andere Wege gegangen sind. Geschichte von Abraham ist ein Beispiel für diese Verwandtschaft der drei monotheistischen Religionen.

Das Netzwerk Stelen der Toleranz unterstützt den Aufbau von Denk- und Lernorten des interreligiösen Dialogs. An Brennpunkten im Ringen um interreligiöse Toleranz bilden unsere Stelen mit ihrer starken ästhetischen Wirkung den symbolkräftigen Kristallisationspunkt von Reflexions- und Lernprozessen. Mit Ausstellungen, Seminaren, Schülerprojekten und Vorträgen tragen wir selbst zu diesem Dialog bei. Mit Partnern aus religiösen Institutionen wollen wir Orte, Inhalte und Beziehungen für ein großes Netz der Toleranz im Glauben stiften.

Wichtige Projekte des Netzwerks Stelen für Toleranz im interreligiösen Umfeld:

  • Ausstellung ‚Netzwerk der Toleranz‘ im November 2013, im Haus an der Marktkirche in Wiesbaden.
  • Stelen in Kfar Saba/Tel Aviv, Israel (2012)
  • Stele in Beit Jala/Bethlehem, Palästina. (2012)
  • Stele in Wiesbaden Biebrich (2010). Sie steht an der Stelle, an der sich der Eingang der in der Reichskristallnacht zerstörten Synagoge befand. Heute findest sich hier ein Gebäude des türkischen Jugend- und Kulturbundes.
  • Vortragsreihe »Toleranz vor Augen« (2008 und 2009) in der Ruine der Wernerkapelle in Bacharach. Prominente Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft setzten sich in humanistischer Tradition mit der Thematik von Toleranz und Freiheit aus. Die Reihe fand statt im Rahmen der drei Jahre währenden Glasinstallation „Das Fenster“ des Künstlers Karl-Martin Hartmann. Die Ruine ist Mahnmal christlicher Intoleranz gegenüber Andersgläubigen.